Ich wanke in der S-Bahn, kann mich nicht mehr auf meinen Beinen halten,
tanze einen seltsamen Tanz, mit den Augen auf der Scheibe,
fühl mich benommen, seltsam glücklich – ohne dass alles gut ist.
Schiebe die Kopfhörer in die Ohren, vielleicht bin ich ja feige
Denn bevor ich an dich denken muss, skippe ich den nächsten Song.

Dieser Abend war so lang, dass er zum Morgen wurde.
Hatte mir vorgenommen dieses Mal nüchtern Spaß zu haben,
gedankenverloren zu tanzen ohne jemanden zum Mitmachen aufzufordern –
und noch am Abend alleine nach Hause zu fahren –
Doch nun bin ich auf dem Weg zu dir.

Die dunkle Nacht wirft von draußen mein Spiegelbild zurück,
Kopfschüttelnd wird ein stummer Vorwurf laut –
Mein Körper will schlafen und fängt an zu schmerzen,
doch ich weiß nicht: wie schaltet man um 3 Uhr morgens Gedanken aus,
vielleicht bist du mir eine Hilfe beim Suchen?

Fühle zu viel, und bin gleichzeitig taub
Spür den letzten Gin Tonic und deine Finger auf meiner Haut.
Mein Kopf ist leer vor lauter Gedanken,
will alleine mit mir zu dir durch die Nacht wanken.

Auf dem Weg zu dir muss ich an andere denken,
gratuliere mir selbst dazu sie endlich hinter mir zu lassen,
doch habe gleichzeitig Angst sie würden mich einholen,
oder ich würde mich selbst wieder für jemanden verlassen.
Doch gerade fühlt es sich gut an alte Fehler mit neuen Menschen zu machen.

Bevor ich klingele, atme ich einmal tief aus, und schüttle ab,
dass ich insgeheim weiß, dass ich das eigentlich lassen sollte,
denn wir sind genauso wenig emotional verfügbar
wie die Kundenservicecomputerstimme, die heute morgen wissen wollte,
Wie kann ich Ihnen weiterhelfen?

Vielleicht ist mir nicht mehr zu helfen,
denn egal wie oft wir uns das Kommunizieren versprechen,
reden wir mit jedem Kuss weniger und
ich spüre immer wieder etwas in mir zerbrechen,
wenn alles ohne ein Wort endet und ich mich frage, was wir hier taten.

Fühle zu viel, und bin gleichzeitig taub
Spür den letzten Cuba Libre und deine Finger auf meiner Haut.
Mein Kopf ist leer vor lauter Gedanken,
will alleine mit mir zu dir durch die Nacht wanken.

Ich blicke in deine Augen und dann gleich wieder weg,
hab Lust was drin zu verlieren, oder mich dort zu entdecken,
morgen früh haben wir uns wieder nichts mehr zu sagen,
aber lass uns die Angst vor der Einsamkeit heute Nacht gemeinsam verstecken –
anstatt in unseren eigenen Betten darüber nachzudenken was man hier macht.

Wir spielen ein seltsames Spiel aus Nähe und Distanz,
liege heute Nacht in deinen Armen,
während du morgen Abend mit jemand anderem tanzt.
ein Schritt zu dir bedeutet zwei von mir weg,
auf einen Schritt in deinen Armen, folgt immer ein Schritt von dir zurück

Wir geben vor, dass wir keine Lust auf Verpflichtung haben,
denn wir sind jung und denken nicht an morgen,
wir sind die Entscheidungsverweigerer, und wissen nur
wir wollen unbeschwert leben ohne Stress und Beziehungssorgen
Doch manchmal frage ich mich lassen wir niemanden an uns heran –
Damit uns das Verlassenwerden nicht noch einmal so verletzen kann?

Fühle zu viel, und bin gleichzeitig taub
Spür den letzten Mojito und deine Finger auf meiner Haut.
Mein Kopf ist leer vor lauter Gedanken,
will alleine mit mir zu dir durch die Nacht wanken.

Ich sammle eine Zurückweisung nach der nächsten
Als müsste ich mir meine Unsicherheiten noch einmal bestätigen.
Und trotzdem kann ich nicht widerstehen
Irgendetwas muss doch diese Theorie befähigen
Dass Zuneigung auch als Eintagsfliege kommt.

Ich hatte mir dieses Mal wirklich vorgenommen mir das zu ersparen
Hab das Thema abgehakt, wollte keinen Gedanken mehr dran verschwenden.
Doch dann hat es sich zu gut angefühlt in deinen Armen,
und auch wenn meine Freundinnen von diesen Storys noch nie Fangirls waren
und glauben ich hätte mehr verdient, höre ich mir schon wieder Ja und Amen sagen.

Ich nehme das Tempo raus und fahre mit angezogener Handbremse,
Dieses Mal ist es schwerer meinen Kopf zu ignorieren
Kann gleichzeitig keine Stoppschilder mehr sehen,
obwohl ich dieses Mal weiß, dass wir hier mal wieder mein Selbstbewusstsein riskieren
schreib ich heimlich ein paar Pros auf die Liste.

Und wenn ich still in deinen Armen liege und du sagst, dass man sehen kann, dass ich einen Gedankenkurzstreckenflug fliege. Dann frage ich mich willst du gerade bei mir sein, oder Hauptsache nicht mit dir allein? Denn ein Blick dauert drei Augenblicke lang und die Frage woran ich gerade denke endet in Interesse, in der Frage ob ich dir ein paar Einblicke in mein Leben schenke,

Und wenn ein Blick drei Augenblicke dauert und du fragst woran ich denke und ob ich dir heute noch ein paar Einblicke in mein Leben schenke. Dann frage ich dich was wir hier machen, denn langsam wird das einordnen kompliziert, haben wir Nähe auf Distanz oder muss man sie vielleicht nicht benennen, diese Nähe in die wir uns gerade reinmanövrieren?

Und wenn ich still in deinen Armen liege und an gedankentaube Nächte denke, dir heimlich ein Lächeln schenke und nicht weiter fragen will, was hiervon übrig bliebe, dann frage ich dich, was hältst du davon meinen Gedankenflug eine Zeit lang gemeinsam zu fliegen?